Religiöse Pluralisierung im Jugendalter
Im Jugendalter wächst die Bereitschaft, über religiöse Fragen nachzudenken, gleichzeitig wächst die Distanz der Jugendlichen zur Kirche. Diese zwei Schlaglichter zeigen exemplarisch die Dynamik, die sich durch Längsschnittstudien ausweisen lässt. Dieser Beitrag fußt im Kern auf der Tübinger Reprä...
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Formato: | article |
Lenguaje: | DE |
Publicado: |
Universität Graz
2021
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Acceso en línea: | https://doaj.org/article/dca991c5c1c14934a5bcc157ba0d6471 |
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Sumario: | Im Jugendalter wächst die Bereitschaft, über religiöse Fragen nachzudenken, gleichzeitig wächst
die Distanz der Jugendlichen zur Kirche. Diese zwei Schlaglichter zeigen exemplarisch die Dynamik,
die sich durch Längsschnittstudien ausweisen lässt. Dieser Beitrag fußt im Kern auf der
Tübinger Repräsentativstudie „Jugend – Glaube – Religion“, die die religiöse Entwicklung Jugendlicher
über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg in ihren religiösen Einstellungen und Wahrnehmungen
verfolgen konnte. Die Studie bezog sich im Schwerpunkt auf evangelische, katholische
und muslimische Jugendliche, aber auch zahlreiche Konfessionslose wurden erreicht, da die Studie
sowohl im Religions- als auch im Ethikunterricht sowie in verschiedenen Schularten durchgeführt
wurde (N=7246). Dank der Befragung derselben Stichprobe zu drei Erhebungszeitpunkten
konnten über die Zeit ebenso Veränderungen erfasst werden wie stabile Eigenschaften und Haltungen.
Neben der quantitativen gab es auch eine allerdings nicht längsschnittlich angelegte
qualitative Befragung. Anders als bei den zu dieser Studie bereits vorliegenden Veröffentlichungen
(zwei Bände, 2018 und 2020) soll nun der Schwerpunkt auf der Frage nach dem Gewinn
eines längsschnittlichen Zugangs sowie auf dem Aspekt einer differenzierenden Erfassung religiöser
Pluralisierungsprozesse im Verlauf des Jugendalters liegen. Beispielsweise verweisen die
Befunde darauf, dass die Effekte der religiösen Pluralisierung nicht bei allen Jugendlichen gleichermaßen
zu finden sind.
Zunächst wird der entsprechende Stand der Forschung dargestellt sowie das Interesse an Longitudinalstudien
zu Religion im Jugendalter begründet. In einem zweiten Teil soll die Studie knapp
im Überblick umrissen und sollen ausgewählte längsschnittliche Befunde dargestellt werden.
Am Ende stehen Reflexionen zu weiteren Desideraten für die Forschung im Bereich von Jugend
und Religion sowie wie zu möglichen Konsequenzen für die Praxis in Schule und Gemeinde. |
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